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Individuelle Pädiatrie Labilität und Gesundung zwischen Zahnwechsel und Pubertät

Termin: Freitag, 16. Jan. 2009 15:00 Uhr bis Sonntag, 18. Jan. 2009 12:00 Uhr

Anmeldefrist : 10 Januar 2009

Tagungsort: Saal der WALA im Stammgebäude am Heilpflanzengarten, Bad Boll - Eckwälden

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Liebe Freunde und Interessenten des Medizinischen Seminars Bad Boll!

Ein- und Ausatmen will geübt sein. Nahezu jedes 10. Kind in Deutschland leidet an einem Asthma bronchiale. Damit ist das Asthma die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter, wobei Jungen doppelt so häufig wie Mädchen erkranken. Im Verlauf der Pubertät verschwindet bei der Hälfte der betroffenen Kinder das Asthma. Was ist so besonders an der Pubertät, dass die häufigste Erkrankung im Kindesalter bei fast der Hälfte aller betroffenen Kinder verschwindet? Gerade die Zeit, in der sich Jugendliche zwischen „gepresst“ und „entlassen“ fühlen, erleichtert seltsamerweise den Einzug in das „gelobte Land“ von Goethes west-östlichem Divan: „Im Atemholen sind zweierlei Gnaden: Die Luft einziehen, sich ihrer entladen. Jenes bedrängt, dieses erfrischt; so wunderbar ist das Leben gemischt. Du danke Gott, wenn er dich presst, und dank ihm, wenn er dich wieder entlässt.“

Ähnlich wie der Zahnwechsel, so ist auch die Pubertät eine Zeit intensiver leiblicher und seelisch-geistiger Veränderungen mit dem Bild ausgeprägter Labilität. Wackeln die Zähne, wackelt die Seele – und sieben Jahre später? Wackelt die jugendliche Seele, bebt manchmal das gesamte Elternhaus. Das Zubeißen-Können  als Voraussetzung für Verdauung findet beim Kind auf physischer Ebene, mit nun bleibenden Zähnen statt, beim Jugendlichen auf seelischer Ebene. Sowohl beim physischen als auch beim „seelischen Zahnwechsel“ in der Pubertät wird „Etabliertes“ verlassen, abgestoßen und die Voraussetzung dafür geschaffen, dass das Seelisch-Geistige des Kindes bzw. des Jugendlichen individueller leiblich in Erscheinung treten kann. Ist zwischenzeitliche Labilität Voraussetzung für die eigene Gesundung?

Ein- und Ausatmen will geübt sein. Bis zu 13% aller Jugendlichen haben eine schwere chronische Insomnie (Schlafstörung). Frauen leiden deutlich häufiger unter Schlaflosigkeit als Männer. Im Schlaf löst sich das Seelisch-Geistige des Menschen etwas vom Leiblichen, im Wachen taucht es wieder tiefer ein. Wieder begegnet uns das Phänomen einer gewissen Labilität, die zum Leben dazu zu gehören scheint. Einschlafen, Durchschlafen und zur richtigen Zeit aufzuwachen will gelernt sein.

In dem Seminar wollen wir den Blick von einer reinen Patho-Genese weiten auf eine Saluto-Genese mit der Frage, wie Gesundheit entsteht, vor allem in der Zeit zwischen Zahnwechsel und Pubertät. Thematisch wird es um Atem- und Schlafstörungen im Kindesalter gehen, um endokrinologische Veränderungen in der Pubertät und Präpubertät, um die Menschenkunde kindlicher Reifung, die Behandlung behinderter Kinder zwischen Zahnwechsel und Pubertät, um konkrete Heilmittel zur Atemhilfe und Schleimlösung, um äußere Anwendungen wie Rhythmische Einreibungen bei Jugendlichen und um therapeutische Sprachgestaltung.

Ganz konkret kann die Erfahrung eigener Labilität und Gesundung am Samstag Abend werden, wenn beim gemeinsamen Tanz auf griechische Art die Ein- und Ausatmung so lange beschleunigt wird, bis der letzte im Saal überzeugt ist, nach Beendigung des Tanzabends keine Einschlafstörung mehr zu haben.

 

In diesem Sinne laden wir Sie herzlich ein und freuen uns auf einen lebendigen Austausch.

Ihr
Jan Vagedes

 

Programm:

Freitag, 16. Jan. 2009
15.00 - 15.15 Dr. med. Jan Vagedes, Kinderarzt, Filderstadt/Tübingen
Einführung in das Tagungsthema
15.15 - 16.45 Bernhard Ulrich, Kinderarzt, Allergologe, Saarbrücken
Chancen zur Gesundung im Schulalter am Beispiel des Asthma
   
16.45 - 17.30 Pause
   
17.30 - 18.30 Dr. med. Hartmut G. Horn, Arzt für Naturheilverfahren, Aichtal
Behinderte Kinder und Pubertät
18.30 - 19.15 Georg Soldner, Kinderarzt, München (Gesprächsleitung)
Gemeinsame Aussprache zu den beiden bisherigen Vorträgen
   
19.15 - 20.15 Abendpause
   
20.15 - 21.45

Dr. med. Michael Urschitz, Uni Tübingen, Schlafmedizin,
Dr. med. Jan Vagedes, Kinderarzt, Filderstadt/Tübingen

Schlafen – Wachen – Lernen
Natur- und Geisteswissenschaftliche Dimensionen des Unbewussten
sowie Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen
Vortrag mit Aussprache

 

Samstag, 17. Jan. 2009
08.00 - 08.45 Pirkko Ollilainen, Heileurythmistin, Filderstadt
Morgeneurythmie
09.00 - 10.15 Dr. med. Bernhard Wingeier, Kinderarzt, Ita-Wegman-Klinik, Arlesheim
Gestörte Ausatmung zwischen Zahnwechsel und Pubertät -
Anthroposophische Therapie chronischer Atemwegserkrankungen
10.15 - 10.45 Aussprache zum Vortrag (Gesprächsleitung Georg Soldner)
   
10.45 - 11.30 Pause
   
11.30 - 13.00 Arbeitsgruppen
   
13.00 - 15.00 Mittagessen und Mittagspause
   
15.00 - 16.30 Arbeitsgruppen
   
16.30 - 17.15 Pause
   
17.15 - 18.00 Dr. med. Franziska Roemer, Ärztin, WALA, Bad Boll
Pestwurz – Petasites in Anthroposophischen Arzneimitteln
Vortrag mit Aussprache
18.00 - 19.15 Elke Schaffrath, Schulärztin, Stuttgart
Menschenkunde der kindlichen Reifung
Vortrag mit Aussprache
   
19.15 - 20.15 Abendpause
   
20.15 - 21.30 C. Mol, I. Wagner, M. Straub
Kollektive Labilität und ihre musikalische Überwindung beim
gemeinsamen Tanz auf griechische Art.

 

Sonntag, 18. Jan. 2009
08.00 - 80.45 Pirkko Ollilainen, Heileurythmistin, Filderstadt
Morgeneurythmie
09.00 - 10.30 Dr. med. David Martin, Kinderarzt, Uni Tübingen
Endokrinologische Veränderungen während der Pubertät und Präpubertät
Vortrag mit Aussprache
   
10.30 - 11.00 Pause
   
11.00 - 11.45 Plenumsgespräch
11.45 - 12.00 Georg Soldner, Arzt, München
Schlusswort

 

 

A r b e i t s g r u p p e n:
A Pirkko Ollilainen, Filderstadt Heileurythmie
B Georg Soldner,
Dr. Dieter Ecker, Kinderarzt, Filderstadt,
Bernhard Ulrich
Sprechstunde Atemwegserkrankungen
C Liliana J. C. Flores de Wingeier, Therapeutische Sprachgestalterin, Arlesheim,
Dr. Bernhard Wingeier
Therapeutische Sprachgestaltung bei chronischen Atemwegserkrankungen
D Dr. Hartmut G. Horn Behandlung behinderter Kinder in der Allgemeinmedizinischen Praxis
E Chantal Sust, Gesundheits- und Krankenpflegerin,
Ausbilderin in Rhythmischer Einreibung, Stuttgart

Rhythmische Einreibungen bei Jugendlichen

 

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