MSBB Logo

Gesundes Altern–Individuation zwischen Überformung und Auflösung

Termin: Freitag, 07. Nov. 2008 15:00 Uhr bis Sonntag, 09. Nov. 2008 12:00 Uhr

Tagungsort: Saal der WALA im Stammgebäude am Heilpflanzengarten, Bad Boll - Eckwälden

->Einleitung
->Programm
->Kosten, Anmeldung

->Programm als PDF herunterladen

 

Liebe Freunde und Interessenten des Medizinischen Seminars Bad Boll!

„Plötzlich war alles weg – die Fähigkeit zu gehen, zu sprechen, zu lächeln“. In dem Wort „Apoplex“ steckt die griechische Präposition „apo“, die soviel bedeutet wie „weg“ oder „ab“. Die „Apo-Kalypse“ berichtet vom Weltenende, davon, dass alles Bisherige vorbei ist.
„In den letzten Jahren habe ich oft gemerkt, wie verzweifelt und mutlos mancher Mensch nach einem solchen Schicksalsschlag ist“, schreibt eine Mutter dreier Kinder nach der allmählichen Rehabilitation in der Folge ihres eigenen Apoplex.
Während manche Erkrankungen allmählich erscheinen, täglich „ihr Gesicht zeigen“, über Jahre erst an Einfluss gewinnen, erscheint ein Schlaganfall oft ohne Vorankündigung, radikal, „unumstößlich“, „apo-diktisch“. Schlaganfälle sind die dritthäufigste Todesursache in Deutschland nach Herz-Kreislauf- und Tumor-Erkrankungen. Bei kritischer Betrachtung kennen wir die Radikalität des Apoplex jedoch nicht nur vom Ende, sondern auch vom Anfang des Lebens bei der Geburt. Aus „heiterem Himmel“ kann es bei bisher komplikationsloser Schwangerschaft zu einem Nabelschnurvorfall kommen, die Blutzufuhr stoppt mit der Indikation zur schnellen Hilfe von außen. Was hat ein Apoplex mit einer Not-Sectio zu tun? Der Vergleich des Schlaganfalls mit einem Nabelschnurvorfall erscheint etwas radikal, ermöglicht jedoch den Blick auf einen weiteren Gesichtspunkt, denn die Ernährung durch „Organe“ aus dem Umkreis findet nicht nur intrauterin, sondern ein Leben lang statt und der Tod erscheint wie eine Geburt aus einer anderen Perspektive heraus. Aus diesen Überlegungen heraus folgt die Aufgabe, genauso gewissenhaft bei der „Alterungsbegleitung“ zu sein wie bei der Schwangerschaftsbetreuung  – also nicht Anti-Aging, sondern „Eu-Aging“ zu ermöglichen.

Ziel dieses Seminars ist, den Weg zur Individuation zwischen Überformung und Auflösung in den Mittelpunkt zu stellen. Es werden Krankheiten dargestellt, die diesen Weg erschweren, vor allem aber Therapien aus der Anthroposophischen Medizin aufgezeigt, die in der Allgemeinmedizinischen Praxis täglich Anwendung finden und Patienten nachhaltig helfen können, gesünder zu altern. Beginnend mit der Behandlung des akuten Schlaganfalls sowie dessen Nachsorge erstreckt sich die Thematik von der ganzheitlichen Therapie degenerativer Augenerkrankungen sowie neurologischer Erkrankungen über pflegerische Maßnahmen aus der Anthroposophischen Medizin, die Bedeutung der Ernährung im Alter bis zu einem Überblick über die wichtigsten Anthroposophischen Medikamente in der Geriatrie.

„Plötzlich konnte ich wieder gehen, sprechen, lächeln...“ – auch diese Erlebnisse gibt es trotz oder gerade aufgrund des Gefühls, vor der persönlichen Apokalypse gestanden zu haben. In diesem Fall wurde der biographische Blick frei für das dahinter Liegende. Das im Mittelalter aus dem Kirchenlateinischen übernommene Wort „apocalypsis“ besagt zwar, dass das Bisherige endet, geht aber zurück auf das gleichbedeutende griechische „apo-kalyptein“, was soviel bedeutet wie „enthüllen“ bzw. „Enthüllung“.

In diesem Sinne laden wir Sie herzlich ein und freuen uns auf ein gemeinsames „Eu-Aging“.

Ihr
Jan Vagedes

 

Programm:

Freitag, 07. Nov. 2008
15.00 - 15.15 Georg Soldner, Kinderarzt, München
Einführung in das Tagungsthema
15.15 - 16.30 Dr. Knut Humbroich, Leitender Neurologe, Herdecke
Therapie des Schlaganfalls - Akutbehandlung und Nachsorge
Vortrag mit Aussprache
   
16.30 - 17.15 Pause
   
17.15 - 18.15 Dr. Erika Hammer, Augenärztin, Lörrach
Ganzheitliche Behandlung degenerativer Augenerkrankungen
18.15 - 19.00 Gemeinsame Aussprache zum Vortrag
   
19.00 - 20.00 Abendpause
   
20.00 - 21.30 Rolf Heine, Krankenpfleger an der Filderklinik und
Präsidiumsmitglied im Deutschen Pflegerat

Waschungen, Wickel und Einreibungen –
Segensreiche Berührungspunkte in der Pflege älterer Menschen

 

Samstag, 08. Nov. 2008
08.00 - 80.45 Pirkko Ollilainen, Heileurythmistin, Filderstadt
Morgeneurythmie
09.00 - 10.15 Dr. Christian  Schopper, Psychiatrische Uni-Klinik, Zürich
Gesundes Altern zwischen Überformung und Auflösung
10.15 - 10.45 Gemeinsame Aussprache zum Vortrag
   
10.45 - 11.30 Pause
   
11.30 - 13.00 Arbeitsgruppen
   
13.00 - 15.00 Mittagessen und Mittagspause
   
15.00 - 16.30 Arbeitsgruppen
   
16.30 - 17.15 Pause
   
17.15 - 18.15 Markus Sommer, Arzt, München
Plantago - Primula cum Hyoscyamo
Vortrag mit gemeinsamer Aussprache
18.15 - 19.15 Dr. Petra Kühne, Ernährungswissenschaftlerin, Bad Vilbel
Ernährung im Alter
   
19.15 - 20.15 Abendpause
   
20.15 - 21.30 Geistliches Chorkonzert
mit dem Werbeck-Ensemble unter der Leitung von Christiaan Boele
u.a. mit der Kleinen Messe von Valborg Werbeck-Svärdstrom

 

Sonntag, 09. Nov. 2008
08.00 - 80.45 Pirkko Ollilainen, Heileurythmistin, Filderstadt
Morgeneurythmie
09.00 - 10.30 Dr. Johannes Wilkens, Humboldt-Klinik, Bad Steben
Anthroposophische Medizin in der Geriatrie
Vortrag mit Aussprache
   
10.30 - 11.00 Pause
   
11.00 - 11.50 Plenumsgespräch
11.50 - 12.00 Dr. Jan Vagedes, Kinderarzt, Filderstadt/Tübingen
Schlusswort

 

 

A r b e i t s g r u p p e n:
A Pirkko Ollilainen, Filderstadt Heileurythmie
B Dr. Erika Hammer, Lörrach
Rosemarie Kampe, Augenheileurythmistin, Bergisch Gladbach
Sprechstunde Anthroposophische Augenheilkunde
C Dr. Knut Humbroich,
Dr. Christian Schopper,
Markus  Sommer
Behandlung neurologischer Erkrankungen im Alter
D Monika Krause, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Unterlengenhardt Äußere Anwendungen – mit praktischen Übungen
E Evert van Grootel, Musik- und Heilpädagoge, Stuttgart Hygienische und therapeutische Gesangsübungen nach Valborg Werbeck-Svärdstrom

 

 

Thema 2009: Rhythmisches System
Termine  
16. - 18. Januar 2009 Individuelle Pädiatrie
19. - 21. Juni 2009 Mittleres Lebensalter

 

 

K o s t e n, A n m e l d u n g:
Teilnehmerbeitrag: 180,00 Euro
Studenten 35,00 Euro

 

Bei Zahlungseingang des Tagungsbeitrages nach dem Anmeldeschluss erhöht sich der Beitrag auf regulär 210 Euro, Studenten 50 Euro. Für Abmeldungen nach dem Anmeldeschluss erheben wir eine Bearbeitungsgebühr von 40 Euro. Wir bitten um Verständnis, dass bei einer Stornierung unmittelbar in der Woche vor der Tagung der Tagungsbeitrag nicht mehr ausbezahlt werden kann.

1 Mittagessen/2 Abendessen zusätzlich 30 Euro (vegetarisch)

Reduzierter Tagungsbeitrag nur gegen vorherige Vorlage einer gültigen Bescheinigung!

Die Tagung wird durch die zuständige Ärztekammer als ärztliche Fortbildung mit 20 Fortbildungspunkten zertifiziert.

->Seitenanfang
->Einleitung
->Programm

->Homepage